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Mittwoch, 31. Mai 2006Saurer Apfel?
Es ist an der Zeit, mein derzeitges Notebook, das wohl noch aus dem Paläozoikum stammt - ein Toshiba Tecra 8000 mit 233 MHz - durch etwas Zeitgemäßes zu ersetzen. Nun ist es zwar nicht so, dass ich wirklich dringend ein Notebook bräuchte, für Arbeit oder so, aber es kann schon nützlich sein, die ein oder anderes Software (z.B. PCGen) auch außer Haus nutzen zu können, oder auch in der Wohnung mal von einem anderen Ort als im Arbeitszimmer einen Rechner nutzen zu können. Der Toshiba war inzwischen allerdings so lahm, dass er zu mehr als RDP-Frontend für meinen eigentlichen Arbeitsrechner nicht mehr zu gebrauchen war - und das bei einer Auflösung von 800x600 auch nur mit mäßigem Erfolg.
Nach jede Menge gutem Zureden und Überzeugungsarbeit durch Eike und Igor in #heimkino habe ich mich dann entschieden, mal etwas ganz Neues zu probieren, und habe mir ein brandneues MacBook bestellt. Da erwartet mich nun mit OS X ein komplett neues Betriebssystem das sich von den Windows- und KDE-Systemen, die ich sonst so benutze, doch unterscheiden wird. Ich bin gespannt. Ich habe ja schon allerlei Interessantes und Gutes über die diversen Features von OS X gehört, aber in Aktion gesehen habe ich davon noch nichts, oder nur in Videos. Ich habe auf jeden Fall vor, mit OS X zu arbeiten, auch wenn ich das Design von OS X nicht so mag. Wenn es hart auf hart kommt, kann man ja - dank des Intel Core Duo Prozessors - auch Linux oder gar Windows installieren. Apropos Design: schade, dass es die schwarze Version des MacBooks nur für die große Ausstattung gibt, aber 400 € mehr ist mir dann doch deutlich zuviel für das, was man da mehr geboten bekommt, zusätzlich zur schwarzen Farbe. Das weiße Design von Apple sagt mir nicht so zu, alles was ich davon bisher gesehen habe, z. B. dieses milchig-weiße Plastik beim iBook, wirkte irgendwie billig auf mich. Nunja ich werde mich überraschen lassen, vielleicht wirkt das beim MacBook ja anders. Im Endeffekt ist es natürlich schnurz, denn es handelt sich hier um einen Computer und nicht um einen Modegegenstand, und da ist es - zumindest mir - recht egal wie es aussieht, wenn die Funktionaltität stimmt. Leider hat sich der Liefertermin bei Cyberport von zunächst 25. Mai auf inzwischen 8. Juni verschoben, so dass ich wohl auf mein neues Spielzeug noch ein paar Tage warten muss. Demnächst mehr. Montag, 15. Mai 2006Tomorrow
Nach 7 Staffeln und 154 Episoden ist am Sonntag in den USA eine der intelligentesten, bestgeschriebenen, ach was, die beste Drama-TV-Serie der jüngeren Vergangenheit zu Ende gegangen - The West Wing. Ich habe diese Serie entdeckt, als sie in ihrer dritten Staffel lief und habe damals die erste DVD-Box in drei Tagen verschlungen, habe sie seitdem eifrig verfolgt und etliche Freunde zu ihr geführt. Aaron Sorkin hatte da etwas Großartiges geschaffen, eine Serie die sich mit dem normalen Leben von Menschen befasst, die von normalem Leben so entfernt sind, wie es kaum weiter geht - dem Stab einer fiktiven Regierung der USA unter der Führung des demokratischen Präsidenten Josiah Bartlet, wunderbar dargestellt von Martin Sheen. Dennoch ist es Sorkin und den anderen Autoren nicht nur gelungen, diese Charaktere mit unverwechselbaren schnellen und intelligenten Dialogen zu versehen, sondern auch Figuren zu schaffen, die sich neben ihrer Arbeit durch ihre menschlichen Züge definieren. Als Sorkin und sein Regisseur Thomas Schlamme sich am Ende der vierten Staffel aus der Serie verabschiedeten, war dies ein Schock, doch sein Nachfolger John Wells traf den Ton der Serie - nach einem leichten Durchhänger in der ersten Hälfte der fünften Staffel - sehr gut, und es gelang ihm sogar in der sechsten und siebten Staffel, mit dem roten Faden der anstehenden Wahl des Bartlet-Nachfolgers und des dazugehörigen Wahlkampfes, der einen großen Teil der beiden letzen Staffel ausmacht, die Serie zu neuen Höhen zu führen.
Es ist sehr schade, dass The West Wing gerade jetzt zu Ende gegangen ist, aber das Ende dieser Staffel, das Ende der Bartlet-Regierung ist das natürliche Ende der Serie. So schön es auch gewesen wäre, zu sehen wie sich der neue Präsident in seinem Amt schlägt, so offenbar ist es auch, dass dieser abschließender Höhepunkt das perfekte Ende der Serie darstellt, beinahe so, als wäre es von Beginn an so geplant. Auch der traurige und überraschende Tod von John Spencer, der eine tragende Rolle in der Serie spielte, trug sicher dazu bei. Sein Ausscheiden wurde von Wells wunderbar und sehr emotional in die Serie eingearbeitet. “Tomorrow” - so der Name der letzten Episode - zeigt den letzten Tag von Präsident Bartlet und seinen Mitarbeitern und die Einschwörung und den Amtsbeginn seines Nachfolgers und bringt einen würdigen Abschluss für all die Charaktere die uns Zuschauern im Laufe der Staffeln doch ans Herz gewachsen sind. Wir sehen wie sie ihre Jahre im Weißen Haus hinter sich bringen, und wie sie ihre Zukunft angehen. Als sich Präsident Bartlet nach der Einschwörung von seinem Nachfolger mit den Worten “Make me proud, Mr. President.” verabschiedet, standen mir Tränen in den Augen, und ebenso in der Szene in der Bartlet seine letzte Amtshandlung durchführt, und wieder in der letzten Szene, und nicht nur, weil es ein Abschied war. Seit “Sleeping in Light”, dem für mein Dafürhalten wohl auf ewig unschlagbaren Serienfinale von Babylon 5, hat mich wohl keine Serienfolge so gerührt wie “Tomorrow”. Leben Sie wohl, Präsident Bartlet, lebt wohl, Josh, C.J., Toby, Donna, Charlie, Will, Sam, ja auch Leo, und all ihr anderen, die im Laufe der Jahre dazugekommen sind. Ich werde euch vermissen. |
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